Nordhessens Kanonenbahn retten
BI zur Reaktivierung der Bahnstrecke Treysa-Homberg

Aktuelles

06.10.2020
BI sieht neue Chance für alte Gleise 
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14.07.2020:


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Bürger ergreifen die Initiative zur Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke

HOMBERG/EFZE / TREYSA. Parteien im Schwalm-Eder-Kreis diskutieren momentan darüber, die noch vorhandene Bahnstrecke Homberg-Treysa zu entwidmen und zu einem Radweg umzubauen.

„Dazu ist anzumerken, es verläuft bereits parallel der Radweg R 14. Im Zuge dieser Diskussion haben wir uns als Bürgerinitiative zusammengeschlossen, um eine drohende Entwidmung der Bahnstrecke zu verhindern. Wer das Ganze im Blick hat, erkennt entwicklungsfähige und zukunftsorientierte Chancen der Wiederinbetriebnahme“, so Prof. Dr. Herbert Wassmann am Donnerstag in einer Mitteilung

Verkehrswende auch im Homberger Hochland

„Gerade in Zeiten des wachsenden Bewusstseins für das Thema Klimaschutz und die damit einhergehenden Möglichkeiten der Reaktivierung alter Bahnstrecken in Hessen, sehen wir es als Pflicht, das Bewusstsein in der ortsansässigen Bevölkerung zu wecken, zumal nun ganz konkret die Möglichkeit besteht, unsere schöne Kreis- und Reformationsstadt Homberg sowie die gesamte Region Knüll wieder an das Schienennetz anzubinden. Die Bürgerinitiative setzt sich für einen offenen, ernsthaften Dialog mit den Bürgern und den Anliegerkommunen ein“, so Wassmann.

Starke Argumente für die Wiederinbetriebnahme

Die Argumente hierfür liegen nach Ansicht von Wassmann auf der Hand: Die Anliegerkommunen Homberg (Efze) und Frielendorf, aber auch die Gemeinden Knüllwald und Schwarzenborn mit ihren zahlreichen Ortsteilen würden dadurch einen erheblich kürzeren Weg an das öffentliche Bahnnetz erhalten. Hierdurch würde die Attraktivität unserer ländlichen Region für Bürger, für Kleinbetriebe, für Industrieunternehmen und für Dienstleister sowie für Gäste des Tourismus deutlich gestärkt. Gerade im Zuge der Bewerbung des Knüllwaldes als Naturpark, aber auch die bereits vorhanden touristischen Ziele wie die historische Altstadt Homberg, der Silbersee, der Wildpark Knüll etc. würden besser erschlossen. Durch eine teilweise Verlagerung und Erschließens eines erweiterten Busknotens direkt am Bahnhof, zusätzlich zum bestehenden Omnibusbahnhof, ist es möglich eine direkte Vernetzung in die Fläche mittels des Busverkehrs zu gewährleisten (direkt bezogen auf Homberg).

Weitere Synergieeffekte möglich

„Darüber hinaus würde eine Wiederinbetriebnahme die Möglichkeit eröffnen, ohne größere Umwege in die Universitätsstadt Marburg, Gießen und Friedberg zu gelangen sowie in das Rhein-Main-Gebiet, welches einen großen Schwerpunkt von Arbeitsplätzen darstellt. Gerade in Marburg ist der Wohnraum enorm knapp, Mieten entsprechend teuer. Dadurch könnten Homberg und Frielendorf für junge Leute und Studenten zum attraktiven, günstigen Wohnort werden“, so Wassmann.

Bessere Verbindung für Jung und Alt zwischen den Anliegergemeinden  

Nach neuesten Berechnungen vom Fahrgastverband PRO BAHN würde die Fahrzeit von Homberg nach Treysa mit dem Zug 24 Minuten dauern. Der bisher auf der Strecke eingesetzte Busverkehr Linie 490/493 benötigt etwa 42 bzw. 53 Minuten, selbst der Kraftverkehr läge in der Hauptverkehrszeit bei 31 Minuten. Gerade in den Morgen- und Abendstunden ist die Bundesstraße 254 durch den Pkw- und Lkw-Verkehr stark belastet – die Bahn könnte hier zur Entspannung verhelfen.

Finanzierung der Strecke gesichert

„Die Finanzierung der Bahnstrecke wäre gesichert. Zum einen wären die Kosten der Wiederinbetriebnahme im Kosten-Nutzen-Vergleich überschaubar, da die vorhandenen Bauwerke sowie Signal- und Schienenanlagen für größere Verkehrslasten ausgelegt waren und von der Anzahl überschaubar sind. Dabei bezuschusst das Land Hessen die Wiederinbetriebnahme solcher Nebenstrecken mit 60 bis 80 % Fördergeldern. Und auch die Bundesrepublik Deutschland selbst hat im Zuge der Klimaschutzoffensive angekündigt, viele Milliarden Euro in den Ausbau des Schienennetzes zu investieren“, so Wassmann.

Was ist zu tun?

„Jetzt ist die Zeit, die Möglichkeiten zu ergreifen. Wir fordern, dass der Schwalm-Eder-Kreis und die an der Bahnstrecke liegenden Kommunen von einem Radweg Abstand nehmen und voreilige, kurzsichtige und unwiederholbare Entscheidungen vermeiden. Zuerst einmal muss eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden, welche die Potenziale der Wiederinbetriebnahme ermittelt und feststellt. Wir – in Kooperation mit dem renommierten Fahrgastverband PRO BAHN Regionalverband Nordhessen – laden daher alle interessierten Bürgerinnen und Bürger dazu ein, sich an einem Dialog zu beteiligen und dieses Vorhaben zu unterstützen“, so Prof. Dr. Herbert Wassmann abschließend. (pm)

Quelle: 
https://nh24.de/2020/02/27/fast-vergessen-bahn-homberg-treysa/?fbclid=IwAR0GAaKQTfEpQL1NnkuUdMpQNI5iPkbmRL1D4v4VO6sdSt2AX8sUTVSvOmM

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Von Wernswig in die Welt: Kanonenbahn bei Homberg wird 140 Jahre alt

Sie wurde bombardiert, beschossen, von Fronturlaubern genutzt und diente dem Transport von Basalt in die Normandie: Die Kanonenbahn hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich.

 

Sie wurde bombardiert, beschossen, von Fronturlaubern genutzt und diente dem Transport von Basalt in die Normandie: Die Kanonenbahn hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. In diesem Jahr wird sie 140 Jahre alt. Der Wernswiger Walter Weißing hat Filme über die Kanonenbahn zusammengetragen. Er wird sie am Dienstag, 24. September, von 16 Uhr an im Bahnhofsmuseum Wernswig zeigen.

Funkverbindung wurde nie hergestellt

Walter Weißing kennt die Kanonenbahn wie seine Westentasche. Der 85-jährige war früher Techniker bei der Firma, die den Bahnhof in Wernswig betrieben hat. Dort sollte er den Zugfunk auf der Strecke der Kanonenbahn aufbauen, erzählt er. Fertiggestellt wurde die Funkverbindung jedoch nie. Der Funkbetrieb wurde 1964 eingestellt.

 

Die Kanonenbahn, die auch an Wernswig vorbeiführt, wurde 1871 gebaut. Sie führte auf ihrer 130 Kilometer langen Strecke von Treysa über Homberg, Wernswig und Eschwege bis nach Leinefelde. Dem Halt in Wernswig kam dabei eine besondere Bedeutung zu, berichtet Weißing: „In Wernswig wurde Quarzit und Basalt abgebaut.“ Bis zum Jahr 1943. Das Gestein wurde in die Normandie gebracht.

Güterverkehr auf der Kanonenbahn gab es bis ins Jahr 2002. Das Foto zeigt die Bahnbrücke über das Tal bei Relbehausen.
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Güterverkehr auf der Kanonenbahn gab es bis ins Jahr 2002. Das Foto zeigt die Bahnbrücke über das Tal bei Relbehausen.

Als Hauptbahn war die Strecke vor dem Zweiten Weltkrieg auf eine Achslast von 20 Tonnen ausgebaut worden. „Das war ein Riesenvorteil“, sagt Weißing. So konnten die Züge nach Kassel fahren, falls die Main-Weser-Bahn bombardiert wurde. 

Das führte auch zu einem ungewöhnlichen Erlebnis, das Weißing als Kind hatte: „1939 hielt hier ein Zug mit Fronturlaubern. Der Zug fuhr damals von Paris nach Berlin und zurück“, erzählt er. 

In den Hochzeiten der Bahn seien am Tag bis zu 165 Züge durch Wernswig gefahren. Aber auch die Züge auf der Kanonenbahn selbst seien bombardiert worden. Im Jahr 1944 wurden laut Weißing etwa ein Personen- und ein Wehrmachtszug bei Wernswig beschossen.

Niedergang der Strecke begann in den 1980er-Jahren

In den 1980er-Jahren begann der Niedergang der Strecke. Im Jahr 1982 wurde die Kanonenbahn zum Sommerfahrplan für den Personenverkehr stillgelegt. Die Zeit des Güterverkehrs endete 2002, berichtet Weißing. Nach der Stilllegung wurde auch der Bahnhof in Wernswig nicht mehr genutzt – bis in den 1990er-Jahren ein kleines Museum daraus wurde. In den Filmen, die Walter Weißing zeigen möchte, soll es nicht nur um den Zustand der Kanonenbahn gehen. 

Auch Aufnahmen aus den Jahren 1990 bis 2002 sind darunter. Sie zeigen Fahrten mit der Dampflok auf dieser Strecke. Außerdem hat er einen Acht-Millimeter-Film mit Personenzugfahrten auf der Kanonenbahn ausfindig machen können. Zu den Filmen, die insgesamt etwa eineinhalb Stunden dauern, soll es Erklärungen geben.

Quelle: https://www.hna.de/lokales/fritzlar-homberg/homberg-efze-ort305309/von-wernswig-in-welt-kanonenbahn-bei-homberg-wird-140-jahre-alt-13018999.html?fbclid=IwAR3zds-yRwrjccGqrHGy4YwEi_gC0weBlkuw6_kCyYFSurju8aQTbQ9XkPQ

Rettet die nordhessische Kanonenbahn